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Finanzen + Versicherungen

Schadenversicherung 
Donnerstag, 28.12.2017

Skiunfall und Unfallversicherung

Der Fall

In der Unfallversicherung des Klägers galt eine Invaliditätsleistung von 339.500 EUR mit 350 % Progression vereinbart. Nachdem er beim Skifahren auf die linke Schulter gefallen war und sich verletzt hatte, meldete der Kläger Invaliditätsansprüche an. Nach Einholung des Gutachtens eines Orthopäden erkannte die Beklagte eine unfallbedingte Funktionsbeeinträchtigung des linken Armes von 1:20 an und zahlte 11.882,50 EUR an den Kläger. Weitere Leistungen lehnte sie ab.

Gemäß der Darstellung des Klägers stellte eine Rotatorenmanschettenruptur mit Abriss des Musculus Supraspinatus eine Unfallfolge neben der unstreitigen Schleimbeutelentzündung dar. Da die unfallbedingte Funktionsbeeinträchtigung 3:20 Armwert betrage, beantragte der Kläger eine Zahlung von insgesamt 23.765 EUR. Nach Ansicht der Beklagten war die Läsion der Rotatorenmanschette Folge einer altersbedingten, knöchernen Engpasssymptomatik und keine Unfallfolge.

Die Entscheidung

Das Gericht entschied, dass dem Kläger ein weiterer Anspruch auf Zahlung einer Invaliditätsleistung in Höhe von 11.882,50 EUR zustand.

Biomechanische Modellversuche, klinische Beobachtung und der Einsatz moderner bildgebender Verfahren hatten eindeutig die Möglichkeit einer traumatischen Zerreißung der Rotatorenmanschette aufgezeigt.

Es war daher nicht gerechtfertigt, die Kausalität zwischen Unfall und Schaden pauschal abzulehnen. Vielmehr war eine Einzelfallanalyse notwendig. Diese führte hier mit der erforderlichen Sicherheit zu der Feststellung, dass die Ruptur der Supraspinatussehne der linken Schulter unfallbedingt war. Dafür sprachen folgende Umstände:

Das Vorerkrankungsverzeichnis des Klägers war leer. Nach dem Unfall wurde zwar eine AC-Arthrose diagnostiziert, die vor dem Unfall vorhanden gewesen sein musste. Daraus allein ergab sich aber keine Krankheit, weil die AC-Arthrose gering ausgeprägt war und vor dem Unfall bei dem Kläger keinerlei Auswirkungen und Symptome gezeigt hatte.

Der Kläger war Rechtshänder und am rechten Schultergelenk zeigten sich keine Krankheitsanzeichen. Dieser Umstand sprach dafür, dass auch am weniger belasteten Arm keine Krankheitszeichen/Symptome vorhanden waren.

Der unstreitige Unfallhergang, nämlich der Anstoß auf einer glatten Skipiste und der Sturz nach hinten, war geeignet, eine Ruptur der Supraspinatussehne herbeizuführen.

Nach dem Unfall bildeten sich am linken Arm mehrere Blutergüsse und der Kläger konnte den linken Arm nach dem Unfall nicht anheben (Drop-Arm-Syndrom). Daraus war zu schließen, dass der Kläger durch den Unfall eine Verletzung erlitten haben musste.

Die Funktionsbeeinträchtigung war nicht nach der Gliedertaxe in den AUB zu bestimmen, weil das Schultergelenk in den einschlägigen Bestimmungen der Gliedertaxe über den Verlust oder die vollständige Funktionsbeeinträchtigung eines Armes keine Erwähnung findet (vgl. BGH, Urteil vom 01.04.2015 - IV ZR 104/13). Teile der Schulterpartie, mögen sie auch funktionell dazu bestimmt sein, die zwischen Arm und Rumpf auftretenden Kräfte aufzunehmen, sind nicht vom Bedingungswortlaut der Gliedertaxe erfasst.

Die Invalidität belief sich nach dem Gutachten des Sachverständigen auf 1:10. Da allerdings verschleißbedingte Veränderungen an der linken Schulter mit einem Anteil von 1/3 mitgewirkt hatten, musste insoweit der Invaliditätsgrad nach den AUB gemindert werden muss. Die unfallbedingte Invalidität belief sich dann aufgerundet auf 7 %.

Die von der Beklagten zu zahlende Invaliditätsentschädigung berechnete sich damit wie folgt: 339.500 EUR x 7 % = 23.765 EUR abzüglich unstreitig gezahlter 11.882,50 EUR = 11.882,50 EUR.

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